karl siegel karl siegel - künstler


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hochbunker der ehemaligen ns-munitionsfabrik hessisch-lichtenau/hirschhagen
er diente dem bildhauer 16 jahre als arbeitsstätte und atelier. vor 1945 ist die hirschhagener sprengstofffabrik von der dynamit aktiengesellschaft (der späteren dynamit nobel ag) betrieben worden, welche von friedrich flick - dem grossvater des kunstsammlers friedrich christian flick - mit 80 prozent des aktienkapitals kontrolliert wurde. sie fungierte als aussenkommando des konzentrationslagers buchenwald. hier waren kz-häftlinge, kriegsgefangene und zwangsarbeiter der "vernichtung durch arbeit" bedingungslos ausgeliefert.
    der künstler hat sich mit dem deutschen faschismus und der topographie dieses ortes intensiv auseinandergesetzt. von ihm wurden in dem bis dato original erhaltenen bunker nicht nur gedenkstättenprojekte entwickelt, deren ausführung von deutschen juroren und behörden allesamt torpediert wurden, sondern auch skulpturale arbeiten, die nun auf alles andere als das interesse des kunstsinnigen enkels von friedrich flick abzielen.
    nebenstehend eine kleine auswahl dort entstandener arbeiten, welche die symbolik des ns-regimes in einen dialektischen zusammenhang mit der nicht-orientierbarkeit möbiusscher flächensysteme stellen und zudem kritische denkprozesse evozieren.
mit ihrer realisierung an jenem ort der barbarei, an dem todbringendes material gewinnbringend für die betreibergesellschaft hergestellt wurde, wurde dieser zu einem weitaus weniger einträglichen der kulturarbeit umfunktioniert.

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© karl siegel, berlin 2010 | vg bild-kunst